Aktien-Bundesliga: Commerzbank liegt in Führung

 

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Commerzbank: Guter Start ins Börsenjahr 2017

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Fast 15 % mehr als zu Jahresbeginn zahlen Anleger jetzt freiwillig für Aktien der Commerzbank. Damit hat kaum jemand gerechnet. Zeiten steigender Zinsen waren früher meist schlecht für Bank-Aktien. Das sehen Analysten und andere Beobachter heute offenbar anders. Wenn die Zinsen steigen, wird der Geldeinkauf für Banken jedenfalls schneller teurer als die Banken auf der anderen Seite die Preise/Zinsen für Kredite heraussetzen können. Aktuell steigen die Zinsen – auf immer noch ganz niedrigem Niveau.

Steigende Zinsen schlechte Anleihen

Anleihenbestände in Bilanzen der Banken verlieren durch steigende Zinsen ihre aktuellen Kurs-  und Buchwerte. Aktien der Deutschen Bank waren in der jüngsten Woche sogar mehr gefragt als die Papiere der Commerzbank. Die Deutsche Bank konnte ihren Kurs zwischen 23. und 27. Januar um 6,2 % steigern, die Commerzbank „nur“ um 2,5 % (siehe in der Tabelle rechte Spalte: „Wochen-Rang“).

Der besondere Optimismus für die Deutsche Bank resultiert aus der Entscheidung, Aktien der Fondstochter DWS teilweise an der Börse verkaufen zu wollen. Käufer sind dann im Wesentlichen Manager von Fonds, die das Geld ihrer Fondssparer dann in Aktien des Fondsverwalter DWS stecken (müssen). Kritiker sprechen insoweit von einem Kartenhaus.

Deutsche Bank steigt aus und bleibt drin

Für die Deutsche Bank und für Deutschlands Finanzen allgemein ist eine DWS-Verkauf zunächst mal gut. Die Bilanzprobleme der größten deutschen Bank werden dadurch weniger groß. Voll in der Bank-Bilanz konsolidieren kann die Bank-Mutter die Tochter DWS danach wahrscheinlich immer noch. Der Fondsverwalter DWS hat über Jahrzehnte traumhafte Gewinne für den Eigentümer Deutsche Bank produziert. Diese Spitzenzeiten erweisen sich inzwischen jedoch immer mehr als glorreiche Vergangenheit. Da ist es für die Bankstrategen richtig, DWS – teilweise – zu verkaufen. Für DWS-Aktien werden die Strategen eher Abnehmer finden als für die Tochter Postbank. Die will kaum jemand haben. Die Postbank kämpft im Grunde mit denselben Problemen wie die Commerzbank. Dass die Co-Bank sich unter diesen Umständen länger an der Spitze der Bundesliga-Tabelle wird halten können, das würde überraschen.

Sieger in Woche 4/2016 ist die Deutsche Börse AG mit einem Plus von 7,1 %. Die Deutsche Börse AG hat ebenfalls eine Banklizenz. Sie ist faktisch die wichtigste Bank in Deutschland: Sie garantiert Millionen von Termin- und Derivatgeschäften, welche die Geschäftsbanken an der Eurex-Börse abschließen. Wenn da irgendwo etwas ausfällt, dann ist das ganz kritisch. Die Aktien der Börse liegen zu großen Teilen in Händen von Großinvestoren aus „TrumpUSA“ oder in den Beständen von Investmentfonds á la DWS oder Union und Deka. Das macht die Liga mega-spannend.

Aktien-Bundesliga unter Einfluss aus TrumpUSA

Aktien der Stromerzeuger Eon und RWE stehen zuletzt gar nicht mehr unter Spannung: Ränge 28 und 30 in der Wochenwertung und Minus in der Kursen. Auf Rang 29 rutschte Vonovia ab: Immobilien-Aktien, wie Vonovia, sind von den Analysten der Goldman-Sachs-Bank aus TrumpUSA abgestuft worden: Zeiten steigender Zinsen waren früher schon schlecht für Immo-Aktien. An dieser Bewertung hat sich für die Analysten offenbar heute gegenüber früher nichts verändert. Das ist der Unterschied zu Bank-Aktien. Bis nächste Woche: gute Börse!

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