Aktien-Bundesliga: Lufthansa sinkt und bleibt dennoch oben

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Lufthansa bleibt die beste deutsche Standard-Aktie 2017; doch wie lange noch.

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Die Deutsche Lufthansa geht geschwächt in den Mai. Erst die Probleme des Partners United Airlines. Dort landen mitunter auch Kunden, die Lufthansa gebucht – und bezahlt haben. Immerhin müssen United-Kunden jetzt nicht mehr fürchten, mit Gewalt aus einem überbuchten Flugzeug gezerrt zu werden. Ein weiterer Allstar-Partner, nämlich Alitalia, droht in der Insolvenz zu versinken. Lufthansa-Chef Carsten Spohr war gerade mit Kanzlerin Angela Merkel am Arabischen Golf. Dort sitzt Alitalia-Großaktionär Etihad. Für diesen Staatsflieger spielen Finanzen praktisch „keine Rolle“. Etihad bekämpft Lufthansa massiv. Etihad unterstützt gleichzeitig aber auch Air Berlin massiv. Lufthansa kooperiert mit Air Berlin. Anleger akzeptierten zuletzt sinkende Kurse, um Lufthansa-Aktien verkaufen zu können. Dennoch bleibt die Lufthansa Spitzenreiter der Aktien-Bundesliga knapp vor RWE.

Stark steigende Kurse akzeptierten Aktienkäufer für Papiere von Commerzbank und Deutsche Bank. Die Angst, Frankreich könnte nach einem Wahlsieg von Marine Le Pen in finanzielles Chaos stürzen; diese Angst ist erst mal verflogen. Die Banken halten in großem Umfang französische Staatsanleihen – u.a. auch in Investmentfonds, für welche die Banken Verantwortung tragen.

Aktien-Bundesliga: Deutsche Börse AG nicht mehr deutsch

Die Deutsche Börse AG ist auch eine Bank. Sie hat die klassischen Banken über Jahre hinweg mit Geschäftsgewinnen und Aktienkursen massiv abgehängt. Die meisten Aktien der Deutschen Börse AG liegen bei Anlegern aus dem Ausland. Insoweit ist die Deutsche Börse AG gar nicht mehr deutsch. Die deutschen Banken sind massiv von Sicherheitsstellungen der Börse AG abhängig; im Kartenhaus-ähnlichen Geschäft mit sog. Aktien-Derivaten.

Daimler und BMW haben inzwischen den tiefsten Tabellenkeller verlassen. Ihre Aktien zählen dennoch zu jenen sechs Papieren, deren Kurse Angang Mai tiefer stehen als zu Jahresbeginn 2017. Rufen Sie die Tabelle auf.

Ganz unten steht jetzt HeidelbergCement mit 4,1 % Minus seit Jahresbeginn. Heidelcement stöhnt besonders unter steigenden Energiekosten. Geschäft und Gewinn sind 2016 deutlich gesunken. Eine Umkehr dieses Trends muss 2017 gelingen; trotz aller Herausforderungen und Enttäuschungen. Ohne Umkehr des Geschäftstrends droht die Bonität von Heidelcement unter Investmentgrade zu sinken; und das bei enorm hohen Schulden von etwa 8 Mrd. €.

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