Aktien-Bundesliga: Was kommt nach dem Höchstkurs?

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Meister-Aktien Adidas ist wieder im Kommen

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Infineon hat zuletzt den größten Optimismus der Anleger erfahren. Aktienkäufer zahlen 5,6 % mehr, um bei der Chipfabrik dabei sein zu können. Infineon liefert massiv an die Automobilindustrie; ganz gleich, ob Verbrennungsmotor oder Elektromotor oder gar fahrerloses Fahrzeug; ohne Chips von Infineon fährt nichts. Die weltweit agilen Münchner springen jetzt auf Rang 5 in der Jahresrechnung der Aktien-Bundesliga. 13,3 % Plus stehen nach fast drei Monaten 2017 zu Buche. Besser waren nur der Milliarden-Verlierer RWE, der „Kampf“-Flieger Lufthansa, ferner Adidas, der Meister 2016 und 2015, sowie die Verlust-Commerzbank.

Erst Höchstkurs, dann Tiefststurz

Ein bisschen vom Infineon-Glanz strahlt auch auf die frühere Infineon-Mutter Siemens ab. Der Vizemeister 2016 rangiert momentan auf dem 13. Jahresrang, obwohl Anleger gerade die höchsten Kurse aller Zeiten für Aktien von Siemens  bewilligten. Das bisherige All-Time-High aus dem Jahr 2000 ist Geschichte. Danach stürzte Siemens innerhalb von drei Jahren auf ein Viertel seiner 2000er Kurse ab. 2001 begann das Zeitalter des internationalen Terrors mit den Attentaten auf das World-Trade-Center.

Die „Wirtschaftswoche“ titelte jetzt, wie lange der aktuelle Aktienboom wohl noch anhalten werde; angesichts der Multiprobleme, die überall erkennbar sind. Dabei fanden die Redakteure heraus, was in diesem Blog regelmäßig Thema ist: Es gibt keinen Aktienboom in Deutschland: Die Kurse stehen heute nicht mal so hoch wie im Frühjahr 2000. Das ist ablesbar am Dax-Kursindex in der Bundesligatabelle. 5.852,23 stehen dort zu Buche und nicht knapp 12.000, wie die Deutsche Börse glauben machen will; mit dem Dax-Performanceindex. Im März 2000 waren fast 6.300 Punkte für den Dax-Kursindex ausgerechnet worden.

Aktien-Bundesliga: prominente Looser

Für sechs der 30 Aktien, aus deren Kursen die beiden „Daxe“ errechnet werden, warten die Aktionäre heute noch darauf, die Kurse des Jahres 2000 wieder zu sehen. Der prominenteste Looser ist die Deutsche Telekom. Sie rangiert auch 2017 unter „ferner liefen“ auf Rang 26. Immerhin gab es zuletzt ein kleines Kursplus, während der Kursdurchschnitt sank. Das lässt auf mehr hoffen.

Megaenttäuschend entwickeln sich auch die weltweiten Versicherungsriesen Allianz und Münchener Rück. Sie können die Anleger nicht überzeugen; nicht in 2017 und vorher schon nicht in 2016 und auch nicht in 2015. Beide Konzerne zahlen Riesendividenden. Sie schaffen es aber nicht, Anlegern die Vorzüge dieser Zahlungen zu vermitteln. Das ist fatal.

DaxP ist schwere Täuschung

Die schlechten Kurse von Allianz und Münchener Rück lassen den entscheidenden Dax-Kursindex nicht steigen. Die guten Dividenden der Versicherungsriesen überzeichnen gleichzeitig die Entwicklung des allgemein populären Dax-Performanceindex. Dieser Index wird jedoch realitätsfremd errechnet: Aktionäre dürfen nach dieser Indexrechnung Dividenden niemals für Konsum oder sonstige Ausgaben verwenden. Sie müssen entsprechend dieser eigenwilligen Dax-Performancerechnung sogar noch Geld zuschießen. Die schöne Performance ist insoweit eine Täuschung. Dass unter diesen Umständen deutsche Anleger weithin nicht an Aktien glauben, das darf niemanden verwundern. Obendrein hat jetzt womöglich wieder ein Aktien-Abschwung begonnen; so wie im März vor 17 Jahren.

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