Bundesliga Aktien: Adidas fast so gut wie der FC Bayern

Henkel_kleinHenkel: Spekulation um zwei ungleiche Schwestern, foto mb

Wer zu Jahresbeginn Aktien von Adidas gekauft hat, freut sich bis jetzt über 40 Prozent Plus. Adidas führt damit die Tabelle der Bundesliga Aktien an. Beobachter sehen weiter steigende Kurse aber auch heftige Herausforderungen.

Im August 2019 wird Adidas 70 Jahre jung. Seit der Sportartikel-Multi 60 Jahre jung wurde, ist der Wert aller Adidas-Aktien von 15 Milliarden auf 50 Milliarden Euro gestiegen. 35 Milliarden Euro Adidas-Plus schlagen positiv auf den Deutschen Aktienindex durch. Das Adidas-Plus ist freilich nur „Peanuts“ im Vergleich zum Minus der Deutschen Bank. Deren Kurssturz vernichtete in derselben Zeit fast 70 Milliarden Euro an Sparervermögen.

Die Deutsche Bank vernichtete doppelt so viel Anlegervermögen wie Adidas gleichzeitig gewann. Und das betrifft nicht nur direkte Aktionäre der Bank sondern auch indirekte Aktionäre. Das sind solche Anleger, die über Investmentfonds, Pensionskassen oder Versicherungen vom Kurssturz der Deutschen Bank betroffen sind. Aktuell rangiert die Bank auf dem viertletzten Platz in der Tabelle der Bundesliga Aktien. Noch schlechter stehen nur die Deutsche Lufthansa, Henkel und ThyssenKrupp. http://index.finanztreff.de/indizes_einzelwerte.htn?i=8987458

Bayern-Profis setzen auf Adidas-Aktien

2015 und 2016 war Adidas bereits Deutscher Aktienmeister. 2019 kommt möglicherweise die nächste Meisterschaft dazu. Analysten übertreffen sich mit Vorhersagen, welche Höchstkurse Anleger demnächst bereit sein werden zu bezahlen, nur um Aktien von Adidas kaufen zu können. Niemanden wird es überraschen, wenn Bayern-Profis sich mit Adidas-Aktien noch eine weitere Meisterprämie verdienen wollen.

In der Bundesliga Aktien ist Adidas fast so wie der FC Bayern in der Bundesliga Fußball. Adidas besitzt knapp zehn Prozent der Aktien des FC Bayern. Das Paket ist schätzungsweise mindestens 200 Millionen Euro wert. Im Übrigen ist dieses Bayern-Paket Gold wert als Werbung für Adidas. Die Nachfrage ist derzeit so groß, dass Adidas gar nicht alles liefern kann. Mehr als 200 Millionen Euro Umsatz dürften dadurch im Jahr 2019 nicht zustande kommen. Das räumt Adidas-Chef Kasper Rorsted ein. Obendrein ist Adidas vom Zollstreit betroffen. Oder durch Kritik von Klimaschützern.

Bundesliga Aktien: Henkel braucht Plus

Rorsteds frühere Firma Henkel ist in den jüngsten zwei Jahren an der Börse arg unter Druck geraten: Um ihre Aktien verkaufen zu können nehmen Aktionäre heute Kurse hin, die um mehr als ein Drittel niedriger sind als 2017. Ein Jahr nachdem Rorsted bei Henkel ausstieg, hatten Anleger 2017 Rekordkurse für Aktien des Waschmittel-Konzerns bezahlt. Inzwischen verdient Henkel allerdings mit Klebstoffen mehr als mit Persil und Pril. Man darf gespannt sein, wann und wie es dem heutigen Henkel-Chef Hans Van Bylen gelingen wird, wieder Optimismus bei Anlegern und Aktionären auslösen zu können. Möglicherweise liegt die Lösung in einer aktienmäßigen Trennung der ungleichen Schwestern; nämlich des industiellen Klebstoffgeschäfts vom Konsumentengeschäft. Siemens praktiziert eine solche Trennung derzeit zum wiederholten Male. Die frühere Siemens-Tochter Infineon war zwischenzeitlich weit beliebter bei Anlegern als die alte Mutter Siemens. Aktuell steht Siemens auf Rang 16. Infineon ist 23ter. Extochter Covestro (24) rangiert vor Altmutter Bayer (25).

Am Ende der Tabelle wirkt ThyssenKrupp abgeschlagen. Das gilt, obwohl die Aussicht besteht, bei der geplanten Abtrennung der Aufzugstochter von Thyssen-Stahl und Anlagenbau mehr Geld einzunehmen, als alle Aktien von ThyssenKrupp derzeit noch wert sind.

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