Bundesliga Aktien: Glyphosat vernichtet mehr als Unkraut

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 Ein Bild mit Symbolkraft: Bayer hält jetzt die rote Laterne in der Bundesliga Aktien, foto mb

 Der größte Deal der Manager bringt den Aktionären von Bayer-Leverkusen 2018 den größten Verlust; schlimmer noch als Deutsche Bank. Die Bundesliga Aktien hat ein neues Schlusslicht. Millionen Fondssparer leiden mit.

Fast 40 Prozent ist die Bayer-Aktie Anfang November weniger wert als zu Beginn der Saison 2018 in der Bundesliga Aktien. Aktionäre und Fondsanleger brauchen Aspirin, um die Wachstumsschmerzen des Konzerns aushalten zu können. Mit Aspirin und anderen Arzneimitteln hatten die „Bayers“ so viel Geld verdient, dass Chef Werner Baumann und seine Kollegen glaubten, sich über Warnungen hinwegsetzen zu können: Ob sie in eine Falle von Monsanto-Chef Hugh Grant tappten, als sie Riesen-Milliarden für den Glyphosat-Konzern bewilligten, das wird die Zukunft zeigen. Ein jahrelanger Prozessmarathon liegt vor den Managern und vor den Geldgebern des Bayer-Konzerns.

50 Milliarden Schaden für Aktien-Sparer

Ein weiterer Marathon droht Managern wie Aktionären, wenn die Aspirin- und Glyphosat-Aktie nicht bald wieder Käufer findet, die deutlich mehr als die heutigen 70 Euro für Bayer-Aktien zu zahlen bereit sind. Vor fünf Monaten hatten Anleger noch knapp 100 Euro für dieselben Aktien bezahlt. Zu diesem Zeitpunkt schien es ein gutes Angebot zu sein, zusätzliche Bayer-Aktien für 81 Euro kaufen zu können. 75 Millionen Stück solcher Aktien bot Bayer Anfang Juni an. Verbunden mit dieser sog. Kapitalerhöhung war das Selbstverständnis, der Aktienkurs werde in absehbarer Zukunft nicht unter diese 81 Euro sinken. Jetzt sind diese Aktien für 71 Euro zu haben. Seit den Rekordtagen vom Frühjahr 2015 hat sich der Bayer-Kurs glatt halbiert; von 142 auf 71 Euro. Der Schaden für Aktionäre und Fondsanleger beträgt mehr als 50 Milliarden Euro. Impulse sind momentan nicht zu erkennen, wie der Schaden wieder gut zu machen wäre.

Fondssparer im Sog der Bundesliga Aktien

Noch schlimmer für Aktionäre, die sich womöglich durch beschönigende Darstellungen von Bayer-Chef Baumann sowie durch zu niedrig beschriebene Risiken geschädigt sehen: Sofern solche Aktionäre ihre Schäden einklagen wollen, müssen sie quasi gegen sich selbst vor Gericht ziehen: gegen die Bayer AG, an der sie mit ihren Aktien beteiligt sind. Das deutsche Aktiengesetz schützt insoweit die Manager und nicht die Aktionäre.

Obendrein zieht Bayer die gesamte Bundesliga Aktien runter: Das betrifft v.a. auch Fonds, die das Geld ihrer Anleger immer genau so anlegen, wie sich der Deutsche Aktienindex DAX zusammensetzt. Diese (ETF)-Fonds müssen 5,5 Prozent ihrer Mittel in Bayer-Aktien halten. Wenn der Bayer-Kurs sinkt und dementsprechend auch der Anteil im Fonds sinkt, dann müssen die Fondsmanager unter Umständen sogar andere Aktien verkaufen. Mit dem Erlös müssen sie dann weitere Bayer-Aktien kaufen, um wieder auf 5,5 Bayer-Prozente im Fonds zu kommen.

Bayer drohen Klagen von Aktionären

Mit 5,5 Prozent Anteil am DAX zählt das neue Liga-Schlusslicht Bayer zu den zehn besonders trendbestimmenden Faktoren der Bundesliga Aktien: Von diesen zehn Aktien zählt aktuell nur Adidas zu jenen Papieren, für die Anleger heute noch mehr bezahlen als zu Jahresbeginn 2018; reichlich 20 Prozent. Liga-Spitzenreiter Wirecard ist mit knapp 2 Prozent Indexanteil momentan erst ein Leichtgewicht gegenüber Traditionskonzernen wie z.B. Bayer, Siemens oder Daimler. Zu schlechter Letzt haben Verkäufer allerdings sogar deutlich niedrigere Kurse hingenommen, um Wirecard-Aktien verkaufen zu können. Meister 2018 wird Wirecard dennoch. Mehr als 60 Prozent Plus stehen seit Jahresanfang 2018 immer noch zu Buche.

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