Bundesliga Aktien: Poker um Autos, Stahl und Steuern

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Zufall und Zukunft: Tesla steht vor BMW im Parkhaus und in der Weltliga der Aktien, foto mb

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Premiere für Zukunft – Anfang Juli 2017 in einem Parkhaus im „Ruhrpott“; in Essen: Zwei Stromer (Foto) stehen rein zufällig hintereinander. In der Bundesliga Aktien kommen BMW, Daimler und VW nicht raus – aus dem Tabellenkeller. In der Weltliga hat Tesla jüngst BMW überholt – der Wert aller Tesla-Aktien gegenüber dem Wert aller BMW-Aktien.

Vorne parkt der nächste Tesla; das Modell X. Dahinter der bekannte i3 von BMW. Kanzlerin Merkel kann sich momentan nicht vorstellen, dass diese Premiere in Essen schon bald zu einer Dauervorstellung in ganz Deutschland wird. Kanzlerin Merkel und „ihr“ Land leben sehr gut von den Steuern der klassischen Autofabriken, ferner von der Mineralölsteuer und von der KfZ-Steuer. Und von den Lohnsteuern der Monteure an Fließbändern, in Werkstätten und Verkaufssalons. Der Handel mit den Papieren der Bundesliga Aktien oder mit anderen Aktien und Wertpapieren ist erstaunlicherweise frei von Mehrwertsteuern. Was immer dieser Umstand auch über den Mehrwert von Aktien vermitteln will.

Bundesliga Aktien: Ausland hat Visionen

Kanzlerin Merkel (CDU) vertraut offenbar auf den Spruch ihres Vor-Vor-Vorgängers Helmut Schmidt (†): „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“, hatte der pragmatische SPD-Chef geraten. Was Quatsch ist. Chinesen realisieren bereits ihre Vision: Sie lautet: „Elektromobilität so schnell wie möglich! Und vor allem schneller als die Deutschen!“ Deutsche Autos verstopfen nicht nur Chinas Straßen. Sie belasten auch die Atemluft der Chinesen; besonders, wenn sie im Stau stehen. Franzosen realisieren ebenfalls schon die Elektrovision: Sie produzieren und fahren schon jede Menge Elektro-Renault-Zeo‘s.

Poker um Elektromotore

Die Franzosen wollen gar die Neuzulassung von „Verbrennungsautos“ verbieten. Wenn auch erst bis 2040. Daimler kooperiert schon lange mit Renault, wo der französische Staat und dessen Steuerzahler und sonstige Landsleute als Aktionäre beteiligt sind. Die Motoren-Monteure im Daimler-Stammwerk in Untertürkheim formieren sich schon zum Protest: Sie wollen, dass „der Daimler“ Elektromotore in Stuttgart baut und nicht irgendwo dazukauft; z.B. bei Renault. Verkäufer von Renault-Aktien müssen derzeit weit weniger hohe Abschläge im Kurs hinnehmen als Verkäufer von Daimler- oder BMW-Aktien.

BMW scheint sich von der Carbon-Technik verabschiedet zu haben. Sie sollte den Durchbruch für die i-Serie beschleunigen. Inzwischen sind Stahl und Aluminium billiger geworden und leichter. „Ruhrpott-Ikone“ ThyssenKrupp fährt zwar in ganz vielen deutschen Autos mit. Die Chefs glauben jedoch offenbar nicht mehr, mit dem legendären Krupp-Stahl die Zukunft sichern zu können. Anleger scheinen diese Art Vision zu belohnen: Sie bewilligen hohe Aufschläge, um Aktien von ThyssenKrupp kaufen zu können.

Poker um Fusion

Vor bald 20 Jahren hatten die damaligen Chefs schon einmal eine „Ohne-Stahl-Vision“ für die gerade fusionierte ThyssenKrupp-Gruppe. Diese Vision blieb jedoch Vision. Stattdessen baute man einige Jahre später sogar ein zusätzliches Stahlwerk in brasilianischen Schwemmsand. Um praktisch von dort aus die neuen Fabriken von BMW und Daimler in den USA zu beliefern. Das „Brasi-Werk“ ist inzwischen verkauft. Die Verluste sind in der Bilanz geblieben. Dass der Aktienkurs von ThyssenKrupp dennoch jetzt hochgekauft wird, das könnte schon mit einem Poker zusammenhängen. Es geht darum, mit welchen Werten der Hüttenkomplex in Duisburg in die Fusion mit Tata Steel, Indien, eingehen wird. Die Inder beliefern aus ihren Hütten in Frankreich und England z.B. schon Renault und vermutlich auch Mini/BMW. Und die Inder pokern mit: Für deren Aktien bewilligen Anleger noch höhere Aufschläge als für Aktien von ThyssenKrupp.

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