Bundesliga Aktien: Düsseldorf verringert Verluste mit RWE-Aktien

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Bescheidener Eingang zum früher mächtigen „Wattikan“ in Essen: Heute steht RWE im Ziel internationaler Aktienkäufer, foto mb

Mehr als 100 Millionen Euro sind jene 5,7 Mio. Stück RWE-Aktien heute wert, welche die Stadt Düsseldorf offenbar doch noch besitzt. Die NRW-Landeshauptstadt freut sich über die jüngsten Gewinne in der Bundesliga Aktien: Sie veringern frühere Verluste.

Zeitungen schreiben, Düsseldorfs RWE-Papiere seien einen zweistelligen Millionen-Betrag wert. Das ist unrichtig: Richtig ist: dreistellig. Der Kurs der RWE-Aktie kratzt aktuell an 20 Euro. 5,7 Mio. RWE-Aktien bedeuten folglich reichlich 110 Mio. Euro. Vor zwei Jahren war das noch die Hälfte. Die RWE-Aktie war in jahrelanger Talfahrt von 100 Euro auf 10 Euro gefallen. In der Bundesliga Aktien blieb RWE dennoch drin – wegen der schieren Größe des Konzerns.

Düsseldorf fehlen noch 300 Mio. Euro

Vor Jahren hatten Zeitungen Informationen aus der Politik verbreitet, Düsseldorf habe alle RWE-Aktien verkauft. Alle RWE-Aktien sind damals offenbar doch nicht verkauft worden – zu Kursen von etwa 70 Euro. Jetzt sind diese Papiere 50 Euro pro Stück weniger wert. Für Düsseldorfs jetzt aufgetauchte 5,7 Mio. RWE-Aktien bedeutet das einen Verlust von fast 300 Mio. Euro. Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) war damals noch nicht am Ruder. Jetzt freut Geisel sich, dass die RWE-Aktie seit Jahresanfang 2017 um fast 60 Prozent gestiegen ist. Damit ist RWE nach der Deutschen Lufthansa die zweitbeste deutsche Standardaktie, siehe Tabelle.

TopTen der Bundesliga Aktien

Aktie Aktienkurs € Kursgewinn 2017
1 DEUTSCHE LUFTHANSA 19,57 59,78%
2 RWE 19,31 59,37%
3 COMMERZBANK 11,12 48,36%
4 E.ON 9,43 38,18%
5 ADIDAS AG 192,80 27,87%
6 DEUTSCHE BOERSE 89,52 15,56%
7 INFINEON 19,17 14,84%
8 ALLIANZ 182,90 14,75%
9 VONOVIA 35,51 13,54%
10 THYSSENKRUPP 26,22 13,52%

Quelle: finanztreff.de, eigene Gestaltung

Der phänomenale Anstieg der Aktie des Braunkohle- und Atomvertromers RWE muss überraschen. Die industrielle Basis des Traditionskonzerns aus Essen ist in Deutschland hoch umstritten; nicht so im Ausland. Gerüchte wollen davon wissen, ausländische Interessenten wollten bei RWE einsteigen. Der französische Atomstromer Engie wurde schon mal genannt. Engie ist heute so breit aufgestellt wie einst RWE; mit Strom, Wasser, Müll und mehr. Hinter Engie steht teilweise der französische Staat. In der Engie S.A. stecken u.a. auch die berüchtigten belgischen Wackel-Atommeiler unweit von Aachen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) stammt aus Aachen. Er will die Arbeitsplätze in der RWE-Braunkohle nahe Aachen erhalten; egal. was die Umwelt dazu sagt: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“, hat Berthold Brecht hinterlassen, der einst in Köln lebte. Laschets Parteifreundin Kanzlerin Angela Merkel würde es ihrem Freund Emmanuel Macron kaum verbieten wollen, wenn Frankreichs Engie nach dem RWE greifen würde. Da freut sich dann sogar SPD-Mann Geisel, wenn der RWE-Kurs weiter steigt und die Düsseldorfer Stadtkasse füllt. Zuerst gibt’s mal Dividende aus Essen: etwa 10 Mio. Euro Anfang nächsten Jahres. Das steht fest.

 

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