Bundesliga Aktien: Lufthansa löst Adidas ab auf dem Meisterthron

CoBank_kleinCommerzbank „im Zug“ zum Champion. Filiale in Berlin (foto mb) ist schon Stil-Champion

Die Saison 2017 in der Bundesliga Aktien ist entschieden: Schon jetzt geht es um die Herausforderungen für 2018.

Lufthansa ist Aktienmeister 2017

Für 13 Euro konnte man zu Jahresbeginn 2017 eine Aktie der Deutschen Lufthansa kaufen. Ein Verkauf des Papiers würde jetzt reichlich 30 Euro einbringen. Zwischendurch gab es noch 50 Cent Dividende. Damit steht schon jetzt fest: Die Deutsche Lufthansa ist Deutsche Aktienmeister 2017. Zum zweiten Mal seit 1994. Zwischen 1994 und 2017 folgte 1998 der Rekordkurs der Luft-Aktie – allerdings ohne weitere Meisterschaft. Der Rekordkurs 1998 reichte damals nur für Rang 16 in Bunedsliga-Tabelle; weit hinter dem 1998er Meister Metro. Für die Lufthansa folgte dann ein langer Sinkflug. Erst ganz zuletzt 2017 folgte ein neuer Rekordkurs. Ob das nun eine Parallele ist für 2018? Man wird sehen, wie der politisch gewollte Nationale Champion Lufthansa sich gegen internationale Kartellwächter und gegen internationale Konkurrenz wird behaupten können.

Adidas, der Aktienmeister von 2015 und 2016, findet sich 2017 nicht unter den Toppten; trotz 20 % Kursplus – bei durchschnittlich 12 % Kursplus des Deutschen Aktienindex.

Commerzbank wird Champion

Warum die Commerzbank bei Anlegern so beliebt ist, das erschließt sich vielen Beobachtern nicht. Ende 2017 zahlen Käufer fast 13 Euro für dasselbe Papier, das zu Jahresbeginn für kaum mehr als 7 Euro zu haben war. Auch bei der CoBank könnte es um eine politisch gewünschte und wirtschaftlich nötige Schaffung eines Nationalen Champion gehen. Bekanntlich gehören 15 % der Commerzbank den deutschen Staatsbürgern. Da könnte es am Ende Sinn machen, die teilstaatliche CoBank gleich mit der Deutschen Bank zusammen zu legen. CoBank-Vorstand Michael Mandel erklärte kürzlich vor Politikern in Düsseldorf, wie wenig Sinn es macht, mit ausländischen Banken zusammen zu gehen. Genau das war gerade spekuliert worden; in Richtung möglicher Aufkäufer namens BNP oder Crédit Agricole; beide aus Frankreich.

Die nationalen Regelungen für Banken, so Mandel, seien zu unterschiedlich, um international zusammengehen zu können. Tendenzen, diese Regelungen EU-mäßig zu vereinheitlichen, sind nicht zu erkennen. Deutlich sichtbar sind dagegen die 500 Mio. Euro, welche die Europäische Zentralbank mit ihren Minuszinsen jeden Monat aus deutschen Banken rauszieht; als Stütze für Italien, Griechenland und die übrige europäische Südkurve. Diese faktische EZB-Stütze für den EU-Süden schwächt Banken und Sparkassen im Norden; nicht nur in Deutschland. Wenn das noch lange so weiter geht und sobald das kritisch wird für die Nord-Banken, wird die deutsche Politik sich für einen deutschen Bank-Champion stark machen (müssen). Die Banken selbst sind mit ihren Investmentfondsgesellschaften und dem dort verwalteten Geld der Fondskunden jederzeit in der Lage, die Sache mit steigenden Kursen voran zu bringenen. Man wird früher oder später in den Rechenschaftsberichten der Fonds sehen, wer wie viele Aktien der Commerzbank oder der Deutschen Bank dazugekauft hat. Die Deutsche Bank z.B. rangierte noch im Oktober mit 8 % Minus auf dem vorletzten Tabellenplatz in der Bundesliga Aktien. Mitte Dezember zahlen Käufer so viel mehr für das Papier, dass die Deutsche jetzt auf Rang 17 geklettert ist – mit 7 % Plus seit Jahresanfang 2017. Für die CoBank-Aktie werden derweil 70 % mehr bezahlt.

Bundesliga Aktien: Favoriten 2018

Was sonst noch läuft, wie man es nicht erwartet hätte und wie man es nicht erwarten würde, das lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Bundesliga Aktien; warum z.B. Fresenius, einer der feinsten deutschen Wachstums-Konzerne, 2017 auf dem Abstiegsplatz steht oder wie die deutsche Digitalisierung die Deutsche Telekom endlich auch zu einem Nationalen Champion machen muss. So wie die Deutsche Post zu einem Champion wurde.

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