Bundesliga Aktien: Wer will deutsche Aktien haben?

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Deutsche Wirtschaft, hier Stahlwerk in Duisburg, genießt sehr guten Ruf im Ausland. Ausländische Anleger kaufen deutsche Aktien, foto mb

Für den Deutschen Aktienmeister Wirecard wird es 2019 an der Börse ernst: Chef Markus Braun und seine Leute müssen Anleger finden, die bereit sind steigende Kurse zu bewilligen, um in der Meisterfirma und Wachstumsfirma Wirecard dabei sein zu können.

Die Basis für den Titel „Beste Aktie 2018“ haben Anleger schon im Frühjahr 2018 für den Zahlungsdienstleister Wirecard gelegt. Im Sommer bekamen Verkäufer mehr als 190 Euro für Wirecard-Aktien bezahlt. Das war fast das Doppelte dessen, was sie zu Jahresbeginn 2018 bekommen hätten. Zu Jahresbeginn 2019 müssen Käufer nun nicht mal mehr 140 Euro für dieselbe Aktie bezahlen. Für den Titel „Aktienmeister 2018“ reicht das nach dem Kursrutsch verbliebene 2018er Jahresplus immer noch: 40 Prozent Plus hat keine andere der bekannten 30 deutschen Standardaktien 2018 von optimistischen Anlegern bewilligt bekommen.

Beobachter erinnern sich an die frühen Jahre der heutigen Weltfirma SAP. Da gab es auch immer mal Phasen, in denen Anleger sinkende Kurse in Kauf nahmen, um die Wachstumsaktie los werden zu können. Das Jahr 2018 schließt SAP nach jahrzehntelangen Kurssteigerungen mit 8 Prozent Minus auf Rang 11 der Tabelle ab. Die komplette Abschlusstabelle der Bundesliga Aktien 2018 finden Sie unter: http://index.finanztreff.de/indizes_einzelwerte.htn?i=159091. Wirecard hat für viele Beobachter die technischen und organisatorischen Veranlagungen, eine neue SAP zu werden.

Bundesliga Aktien: RWE ist Wunder 2018

Das „Börsenwunder 2018“ ist die Vizemeisterschaft für RWE. Wer diese Aktie besitzt, freut sich zum Jahresende 2018 über knapp 9 Prozent Plus gegenüber dem Jahresende 2017. Hinzu kommt noch die sehr gute Dividende, die RWE im Sommer 2018 auszahlte: 1,40 Euro oder mehr als 5 Prozent.

Das Beispiel RWE zeigt die Problematik der üblichen Börsenkommunikation in Deutschland: Der gängige DAX-Index rechnet Kursveränderungen und Dividenden automatisch zusammen und unterstellt, dass Aktionäre die Dividende sofort für den Kauf weiterer Aktien verwenden und nicht z.B. für die Aufbesserung der Rente. Das ist völlig weltfremd.

DAX-Index zeigt weltfremdes Bild

Der gängige DAX-Index beschreibt durch die Einrechnung der Dividenden ein unrealistisches Bild. Danach steht dieser DAX zu Jahresbeginn 2019 mit etwa 10.000 Punkten trotz des schlechten Jahres 2018 noch um 25 Prozent über den 8.000 Punkten vom Jahresbeginn 2000. Dieses Plus ist jedoch allein das Ergebnis der weltfremden Einrechnung der Dividenden. Der sachgerechte Index. der Kursindex DAX-K, steht zu Jahresbeginn 2019 nicht mal mehr bei 5.000 Punkten. Das sind reichlich 1.000 Punkte oder bittere 20 Prozent weniger als zu Jahresbeginn 2000. So sieht’s wirklich aus mit deutschen Aktien im 21. Jahrhundert.

Ausländer übernehmen deutsche Aktien

Niemanden kann es überraschen, dass deutsche Sparer und Anleger von solchen Papieren „die Finger und ihre Geld weg lassen“. Am Ende wird sich das dann vielleicht doch als Fehler erweisen. Die Papiere, die Anleger 2018 zu sinkenden Kursen verkauft haben, konnten sie nur verkaufen, weil gleichzeitig andere Anleger gekauft haben; in der Hoffnung, dass sie gute Dividenden bekommen und am liebsten auch steigende Kurse.

Für die meisten Aktien außerhalb Deutschlands zahlen Anleger heute weit mehr als zu Beginn des Jahrtausends. Die vergleichbaren Kursindizes stehen entsprechend höher. In  Deutschland stehen sie tiefer.

Sehr viele deutsche Aktien werden inzwischen schon von Anlegern und deren Investmentfonds oder Pensionsfonds aus aller Welt gehalten; z.B. von Blackrock. Der Ruf der deutschen Wirtschaft und Industrie ist im Ausland unverändert sehr gut. Daran gemessen sind deutsche Aktien billig. Und werden weiter gekauft – von ausländischen Sparern und Anlegern.

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