SPD-Gabriel von SPD-Geisel vorgeführt

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„BER in UB“. In Unterbach Verzögerungen wie beim Berliner Flughafen?

Gabriel von Geisel vorgeführt; fast wie ne Geisel! Das passiert aktuell in Unterbach, jenem dörflichen Stadtteil, von dem man so schön auf die Landeshauptstadt Düsseldorf hinunterschauen kann.

Gabriel will Edeka

Der Fall: SPD-Chef Siegmar Gabriel will, dass „Edeka“ bei „Kaiser’s-Tengelmann“ einsteigt. Dabei hat Gabriel sich allerdings nicht nur vom Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf ne Abfuhr eingehandelt. Nicht nur das: Gabriels Parteifreund Thomas Geisel ist Oberbürgermeister (OB) im „Düssel-Dorf“. Geisel drängt aktuell darauf, dass in Unterbach nicht „Edeka“ sondern „Rewe“ einzieht, wo „Kaiser’s“ kürzlich ausgezogen ist.

Geisel will Rewe

Mit dem Wohlwollen von SPD-Geisel entsteht nun allerdings praktisch ein „Rewe“-Monopol im Düsseldorfer Südosten sowie in angrenzenden Teilen von (Neandertal)-Erkrath. Um solche Monopole zu verhindern, gibt es das Kartellamt. Und genau deshalb hat das Kartellamt die Übernahme von „Kaiser’s“ durch „Edeka“ verboten. Edeka ist Deutschland-weit viel größer als Rewe.

Rote Karte gegen die eigenen Beamten

Die rote Kartell-Karte gegen Edeka passte aber nicht Wirtschaftsminister Gabriel. Macher Gabriel schob das Verbot des Kartellamts beiseite; peinlich: Minister Gabriel ist oberster Dienstherr und Aufseher über das Kartellamt. Der oberste Dienstherr hat seinerseits praktisch die Beamten mit der „SPD-roten Karte“ vom (Arbeits)-Platz geschickt. Die Beamten bleiben aber auf’m Platz. Sie müssten auch dann weiter bezahlt werden, wenn sie nicht mehr auf ihrem Platz im Kartellamt wären.

Heimat der Kartell-Anwälte

Megapeinlich: Beim Zücken der roten Karte gegen „sein“ Kartellamt unterlief dem Minister und geborenen Kanzler-Kandidaten der SPD ein böser Fehler. Das befand jedenfalls das OLG-Düsseldorf. Nicht ganz nebenbei ist Düsseldorf’s Unterbach auch die private Heimat führender Kartellrechtsanwälte.

Mehr statt weniger Arbeitsplätze

Obendrein haben die Wirtschaftsbeamten von Minister Gabriel komisch gezählt: „Die Arbeitsplätze wären weg, wenn Kaiser’s nicht zu Edeka käme“; so schiebt das Wirtschaftsministerium die Bedenken des Kartellamts beiseite. Diese Begründung unterstellt, beim künftigen Rewe, zB. in Düsseldorf-Unterbach, würde der Laden ohne Leute laufen; wohlgemerkt ohne Mitarbeiter. Tatsächlich wird der neue, große Rewe mehr Mitarbeiter haben als der kleine Kaiser’s-Laden aus den 1960er Jahren zuletzt noch Käufer hatte.

Kartell-Kabarett

Düsseldorfs OB Geisel macht nun Druck auf Unterbachs Lokalpolitiker. Sie sollen die Bebauungspläne für ihr Dorf durchwinken. Geisel braucht dringend mehr Wohnungen für sein wachsendes Mega-„Düssel-Dorf“. Kern der Unterbacher Bebauungspläne ist ein großer Laden für „Rewe“; mehrfach so groß wie der bisherige „Kaiser’s“-Dorfladen.

Wirtschaft gegen Wirtschaftsminister

Hinter den Rewe-Plänen für Unterbach steht Erich Stockhausen. Der lokale selbständige Rewe-Chef aus düsseldorfs Vorort Erkrath ist einer der Aufsichtsräte von Rewe-Gesamtchef Alain Capaross in Köln. Die beiden Wirtschaftsstrategen machen genau das Gegenteil von dem, was Macher Gabriel gemacht haben will. Zunächst baute Rewe nun den Dorfladen auf dem Breidenplatz in Unterbach um; in eine „City“-Filiale – mit der unterschwelligen Bedingung, dass der große neue Laden bald fertig wird; oder besser: fertig werden muss. Für das Kartellamt ist der künftige City-Laden zu klein. Da kucken die Beamten nicht hin. Der neue Rewe wird aber so groß. Da müssten die Beamten hinkucken. Aber erst, wenn der Laden läuft. Das ist Kartell-Kabarett: Das Kartellamt lehnt Edeka ab – wegen Monopol-Angst. Jetzt kommt ein Rewe-Monopol – in und um Unterbach herum. Macher Gabriel kann nichts machen; nicht mal gegen seinen „eigenen Geisel“.

Was Geisel will, lehnt Unterbach ab

Die Baubauungspläne mit dem großen Laden als Kern wollen nun aber viele Unterbacher Bürger nicht: 25 neue Häuser für etwa 500 neue Bürger; zum Teil auf dem Dach des geplanten Ladens. Man darf gespannt sein, wie schnell oder wie langsam es weitergehen wird. Böse Stimme unken schon vom „BER in UB“: In Unterbach Verzögerungen wie beim Berliner Flughafen! Es geht um die Bebauung einer (Hunde)-Wiese, auf der vor ein paar Jahren schon ein Bauer scheiterte – mit einer schlichten Heu-Wirtschaft.

Karneval beginnt. Kabarett ist immer.

In vier Wochen beginnt die Karnevals-Session; das Motto für Unterbach: „Hoch hinaus mit viel Applaus“. Das Wappentier der Unterbacher ist der Esel. Lokal-Kabarett ist in diesem Eselsland freilich das ganze Jahr. Und nicht nur im Eselsland.

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