Zinsen: Sparkassen und Banken schädigen Millionen Sparer

Spaka_Westhfn_kleinBanken und Sparkassen, hier in Schwerte/Ruhr, machen gemeinsame Sache gegen Sparer und Sparbuchzinsen, foto mb

Für die unglaubliche Summe von mehr als 2.500 Milliarden Euro hat die Europäische Zentralbank EZB bis heute Anleihen angekauft und kassiert Zinsen dafür. Gekauft hat die EZB diese Anleihen von Banken, Sparkassen, Fonds und anderen Anlegern. Die Verkäufer kassieren enorm hohe Erlöse und Kurse dafür. Diese Verkaufskurse sind so hoch wie sie ohne EZB am „normalen“, sog. freien Kapitalmarkt niemals wären; freier Kapitalmarkt, das sind die Börsen.

Es geht bei diesen Ankäufen der EZB z.B. um Staatsanleihen, die von Italien, Spanien oder auch von Frankreich und anderen Ländern häufig ausgegeben werden. Diese Länder, selbst Deutschland, hätten niemals Anleihen zu den heute üblichen Minizinsen oder gar zu Minuszinsen ausgeben können, sofern nicht eine Art Ankauf-Verkauf-Kartell bestünde.

Bankenkartell drückt Zinsen

Das Kartell besteht auf der einen Seite aus dem quasi unendlichen Ankaufversprechen der Zentralbank EZB und deren Ablegern wie etwa der Deutschen Bundesbank oder z.B. auch der Französischen Nationalbank La Bance de France. Auf der anderen Seite agieren teilweise staatlich gestützte, angebliche Privatbanken und – in Deutschland – städtische Sparkassen. Das Ergebnis des inzwischen fast fünf Jahre andauernden Kartells ist die Illusion, Länder wie Italien oder Griechenland wären funktionsfähig. Kein Experte gibt sich jedoch der Illusion hin, die bekannten „Schuldenländer“ – aber auch Deutschland – könnte realistisch jemals ihre Schulden zurückzahlen.

Tatsächlich setzt das Staatsbanken-Banken-Kartell den viel beschworenen Marktmechanismus außer Kraft. Dieser anderweitig geradezu heilige Mechanismus verlangt normalerweise hohe Zinsen für Schuldner mit hohen Schulden und wenig Sicherheiten. Können diese Zinsen nicht gezahlt werden, setzt sich der normale Anpassungsprozess in Gang. Millionen Handwerker, Unternehmer und Privatleute mussten solche Prozesse bereits ertragen: die Insolvenz. Zur Rettung des politischen Kunstgebildes Namens „Euro“ ist der heilige Marktmechanismus allerdings außer Kraft gesetzt.

Nullzinsen sind Kosten des Euro

Die Deutschen seien die größten Profiteure des Euro, so heißt es, weil die Deutschen so viel in den Euro-Raum exportieren. Stimmt. Auf der anderen Seite zahlen deutsche Sparer mehr als doppelt so viel drauf, indem sie auf Zinsen für Sparbücher verzichten müssen oder z.B. auf versprochene Erträge aus Lebensversicherungen. Selbst die staatliche Rentenkasse muss auf angelegte Reservegelder Minuszinsen in Millionenhöhe hinnehmen. Entsprechend sinkt die Rentenreserve.

In einer Gesamtbetrachtung ist es leicht ausrechenbar, dass der Euro ein finanzielles Minusgeschäft für deutsche Sparer ist. Dagegen steht eine Rekordzahl an Arbeitsplätzen in Deutschland. Diese Rekordzahl an Niedriglohnjobs schafft Einkommen. Diese Einkommen sind vom finanziellen Minusgeschäft Namens „Euro“ tatsächlich nicht betroffen: Die Niedriglohnjobs reichen oftmals nicht mal für Wohnungsmieten. Sie reichen erst recht nicht für Sparguthaben und Renten-Vorsorgeanlagen. Nullzinen oder Minuszinsen wirken sich insoweit hier nicht aus. Die Schäden kommen später.

Für Zinsen auf die Straße

Das deutsche Kartellamt ist für das Staatsbanken-Banken-Kartell nicht zuständig. Wenn aber eines Tages nicht nur Schüler auf die Straße gehen, um die Welt zu retten, sondern wenn auch Sparer und Verarmte auf die Straße gehen, dann wird es spät sein. Aktuell stöhnen Banken und Sparkassen noch über die vielen Gelder, die Sparer ihnen auf Sparbüchern anvertrauen. Dieses Vertrauen verletzen Banken und Sparkassen massiv, indem sie vorgeben, nichts gegen die für ihre Sparerkunden negativen Folgen des Kartells unternehmen zu können. Das halten Kritiker für unzutreffend. Wenn die Sparer erst mal ihre Gelder abgezogen haben werden, dann können die Kassen wirklich nichts unternehmen. Dann können sie nicht mal mehr – so wie heute – Staatsanleihen von Schuldenstaaten kaufen, um sie an die Staatsbank EZB weiter zu verkaufen. Dann ist Ende in diesem finanziellen Gelände.

Erst recht ist Ende, wenn nicht mal mehr z.B. die Schweizer Nationalbank oder z.B. der Staatsfonds aus Norwegen oder schwerreiche Fonds aus USA, aus Nahost oder aus China ständig deutsche Aktien kaufen würden. Dann stünden deutsche Aktien nicht mal so tief wie sie aktuell stehen; ja: tief! Tatsächlich stehen führende deutsche Aktien heute tiefer als im Frühjahr 2000.

 

 

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