Aktien-Bundesliga: Deutschland verkauft sich selbst

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Die Aktie der Deutschen Lufthansa erfährt momentan den größten Optimismus bei Anlegern

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Dreimal (Rekord)-Hoch auf deutsche Aktien! So schallt es durchs Land, sofern Kauflust und Optimismus der Anleger anhalten. Aktuell hat die Deutsche Lufthansa die Spitze der Aktien-Bundesliga inne. Daimler ist Letzter in der Tabelle mit 3,5 % Minus, während die Lufthansa schon 35,6 % mehr wert ist.

Aktien-Bundesliga: wie viele Rekorde kommen noch

Ob der Optimismus der Anleger ausreicht, um den Deutschen Aktienindex DAXperformance auf weitere Rekordwerte auszurechnen? Welche Anleger? Deutsche Aktien gehören mehrheitlich nicht den Deutschen. Sie gehören ausländischen Investoren. Das ist nicht weiter schlimm und erst recht nicht verboten. Es ist bemerkenswert, welche Papiere bevorzugt werden. Das zeigt die Tabelle der Aktien-Bundesliga.

Was wird mit ThyssenKrupp?

Es wird spannend werden, wenn nach der Landtagswahl in NRW (14.5.) die Entscheidung ansteht, ob der deutsche Klassiker ThyssenKrupp in indische Hände übergehen darf. Bei der Deutschen Bank sind die umstrittenen Scheiche aus Qatar schon „dick“ drin. Chinesen stehen vor der Tür jener Bank, die einst für die Deutsche Bundesbank gehalten wurde. Und die von einem Schweizer und einem Inder in die heutigen Probleme gemanaged wurde.

Die Industrie steht unten

„Deutschland schafft sich ab“. Der Buchtitel war vor Jahren heftig umstritten. Die Finanzrealität ist dem Titel schon recht nahe: „Deutschland verkauft sich selbst“. Das muss nicht den Untergang bedeuten. Die USA z.B. sind noch viel mehr von ausländischen Investoren abhängig. Chinesen sichern die amerikanische Staatsfinanzierung, indem sie massiv US-Staatsanleihen kaufen. Oder allein 2017 schon mehr als drei Rekordstände für den Dow Jones Aktienindex bezahlt haben.

Unter den Top Ten der Aktien-Bundesliga zählen nur Infineon (Rang 5), Siemens (6) und SAP (8) zum industriellen Kern der Republik. Unter den Last Ten rangieren z.B. Daimler (30), BMW (28) und ThyssenKrupp (26) oder auch der Weltmarktriese BASF auf dem 21. Rang. Ausländische Anleger bevorzugen offenbar andere Papiere als die von jenen Unternehmen, die gemeinhin die Spitze der deutschen Wirtschaft/Industrie repräsentieren.

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