Für #Open-Air-Kinofans ist die Bescherung 2016 vorbei. Für tausende Anleger des Sponsors #Commerz Real ist weiter Minus-Bescherung. Wer sich vor einem Jahr vom grandiosen Sommernachtsfeeling am Düsseldorfer Rheinufer und vom Werbesprech des Sponsors hinreißen ließ, der bezahlte am nächsten Tag für z.B. 100 Anteile des HausInvest-Immobilienfonds von Sponsor Commerz-Real 4.290 €; erhältlich beim Sponsor-Eigner Commerzbank oder bei anderen Banken. Im Kaufpreis enthalten: 5 %-Eintrittsgeld für die angeblich „filmreife Leistung“ des Fonds; so der Werbesprech 2015. Ein Jahr später erweisen sich die Anteile als Fehlbesetzung. Und der Sponsor hat gut verdient.

Negativ-Zins

Nach der weniger grandiosen Open-Air-Saison 2016 sind dieselben 100 Anteile des HausInvest-Fonds nicht mehr 4.290 € wert sondern nur noch 4.120 €. Das Minus ist größer als der Kino-Eintritt für 100 Leute. Richtig: Zwischenzeitlich hat der Fonds 60 Cent pro Anteil an die Teilhaber ausgezahlt; also 60 € für 100 Anteile oder umgerechnet vier Eintrittskarten für das Open-Air-Kino. Das Ergebnis ist schon jetztder gefürchtete Negativ-Zins, wie er bei Banken noch kommen wird.

Verwalter verdient gut

Wohlgemerkt: Bevor der HausInvest-Fonds an die Teilhaber auszahlte, zahlte der Fondsmanager sich erst mal selbst aus; umgerechnet etwa 50 Cent pro Anteil. Aber nicht nur für 100 Anteile sondern für etwa 250 Millionen Anteile, die der Fonds insgesamt ausgegeben hat. Das waren dann etwa 125 Mio. €. So viel hat der Verwalter sich – entsprechend dem Kleingedruckten – intern aus dem Fonds rausgenommen; und das nicht nur 2016 sondern im Prinzip auch 2015, 2014, 2013  und jedes Jahr zuvor seit Gründung vor bald 50 Jahren. Das Geld fließt letztlich zu Mutter Commerzbank. Die Bank ist alt. Sie braucht das Geld.

Immobilien, die nicht steigen

HausInvest-Anleger merken den internen Abzug der Millionen am Wert der Anteile. Der will einfach nicht so steigen, wie man landläufig meint, dass der Wert von Anteilen an Immobilienfonds steigen müsste. Überall, wo die Fonds-Experten angeben, das Geld der Anleger in Häuser zu investieren, da ist angeblich mit steigenden Preisen und Mieten zu rechnen.

Bei den Werten und Mieten der HausInvest-Häuser herrscht jedoch offensichtlich Flaute – und zwar nicht erst seit dem vergangenen Jahr sondern schon seit mehr als zehn Jahren. Wer z.B. 2002 anfing, auf den besonderen Wert von HausInvest zu vertrauen, der bezahlte damals schon 42,90 € für jenen Anteil, der heute 41,20 € wert ist. Wer erst 2009 in den Fonds einstieg, der bezahlte in der Spitze mehr als 45 € für diesen Anteil.

Realitätsfremde Berechnungen

Sicher, der HausInvest-Fonds hat jedes Jahr etwas an die Anleger ausgezahlt; früher doppelt so viel wie heute. Einen großen Teil dieser Ausschüttungen müssen die Empfänger regelmäßig nicht versteuern. Das ist gut, wenn man mehr als die Freibeträge bekommt. Wenn im Gegenzug zur Auszahlung aber der Wert der Anteile nicht hält, was die Werbung verspricht, dann ist die Steuerfreiheit der Auszahlungen ein schwacher Trost.

Berechnungen, die an anderer Stelle veröffentlicht werden, suggerieren regelmäßig andere, nämlich angeblich erfreuliche Ergebnisse. Das sind jedoch regelmäßig ganz speziell ausgerechnete Werbeaussagen, die mit der Realität so wenig zu tun haben, wie viele Szenen im Film. In Wahrheit wirkt HausInvest für die Vermögensanlage so enttäuschend wie ein schlechter Film.

Für Anleger nicht geeignet

Der Fondsverband BVI hat sogar – trotz der Minus-Entwicklung – keinerlei Hemmungen, den HausInvest-Fonds in der Liste angeblich mündelsicherer Fonds aufzuführen. Bei genauem Hinsehen kann dieser Fonds, genauso wie die meisten anderen angeblich höchst sicheren Fonds, nicht als mündelsicher bezeichnet werden. Sicher sind diese Fonds nur insoweit, als sie gute Einnahmequellen der jeweiligen Fondsverwalter sind. Verwalter Commerz Real gibt in den „wesentlichen Anlegerinformationen“ ganz  selbst und klein gedruckt die bezeichnede Empfehlung: “Dieser Fonds ist unter Umständen nicht für Anleger geeignet, die ihr Geld innerhalb eines Zeitraums von weniger als fünf Jahren aus dem Fonds wieder zurückziehen wollen.”