Bundesliga Aktien: RWE-Kohle läuft besser als deutsche Banken

RWE_Schmitz_klein

Chef Rolf-Martin Schmitz macht RWE wieder groß: Kommt die Deutsche-Strom-AG? foto mb

Gegen den allgemeinen Verkaufstrend an der Börse bewilligen Anleger derzeit höhere Kurse, um Aktien des Kohleverstromers und Umweltsünders RWE erwerben zu können. Die Bundesliga Aktien überrascht. RWE ist jetzt Spitzenreiter.

Um Aktien der Deutschen Bank bloß los zu werden, nehmen Verkäufer inzwischen fast 30 Prozent niedrigere Kurse in Kauf als sie zu Jahresbeginn 2018 bekommen hätten. Das HANDELSBLATT titelt dramatisch mit umstürzenden Banktürmen. Und man fragt sich, wer die Aktien dieser Bank kauft, die jetzt zu Ausverkaufskursen auf den Markt geworfen werden.

Deutsche-Bank-Fonds bevorzugen Allianz

Es wird interessant sein zu erfahren, wie Manager der DWS-Investmentfondsgruppe mit Aktien ihrer Muttergesellschaft Deutsche Bank verfahren. Die Bank hat gerade eilig Aktien der Tochter DWS an Anleger verkauft. Der Erlös aus dem Verkauf stopft Löcher in der Bilanz der Bank. Wer DWS-Aktien gekauft hat, wird wissen, was diese Papiere aussichtsreicher macht als z.B. Aktien des Wohnungsvermieters Vonovia (aktuell Rang neun in der Tabelle der Bundesliga Aktien).

Im Milliarden schweren DWS-Fonds Deutschland z.B. zählen Aktien der Deutschen Bank nicht zu den zehn wichtigsten Positionen. Das meiste Geld haben die Anleger dieses Fonds in Allianz-Aktien (Rang zehn in der Bundesliga-Tabelle) stecken. Der frühere Allianz-Vorstand Paul Achleitner ist jetzt Aufsichtsratschef der Deutschen Bank. Zuvor hatte er schon bei Megaverlusten von Daimler (Rang 14) mit Chrysler mitgewirkt. Achleitner ließ Allianz-Versicherte und -Aktionäre für die Übernahme der Dresdner Bank bluten. Schließlich überredete er die Commerzbanker, die Reste der Dresdner Bank zu übernehmen. Am Ende musste der damalige Minister Wolfgang Schäuble mit Steuergeldern die Commerzbank retten.

Bundesliga Aktien: RWE istSpitzenreiter

Wetten laufen nun, wann es keine andere Wahl mehr geben wird, als in der „Deutschen Commerzbank“ zusammenzuschmieden, was nicht zusammengehört. Der Namensteil „Deutsche“ ist längst verbrannt. Er wird am Ende ganz verschwinden. Kampf-Aktionäre aus USA, aus China und Katar kaufen jetzt Aktien der Deutschen Bank, um bei der Resteverwertung ihren Schnitt zu machen. Man darf zudem gespannt sein zu erfahren, wie die Fondsgesellschaft der Allianz-Gruppe mit Aktien der Deutschen Bank verfährt. Unter Allianz Global Investors werden heute u.a. auch jene Milliardengelder verwaltet, die Kunden einst bei Adig/Commerzbank und DIT/Dresdner Bank angelegt hatten.

Viele Anleger lassen sich heute überzeugen, Gelder in sog. ETF-Fonds zu stecken; am besten monatlich. Und jedes Mal, wenn diese Fonds zusätzliches Geld bekommen, dann kaufen sie alles, was im DAX-Index steigt oder auch fällt, also auch Deutsche Bank. Das einzige Auswahlkriterium solcher Indexfonds ist der Index und dessen Zusammensetzung. Zuletzt hieß das: Pro7Sat1 (Fernsehen) raus; egal wie und dann Covestro (Kunststoffe) rein. Dumm nur, dass die Covestro-Aktie sinkt, seit ihr Kurs in den DAX eingerechnet wird. Denkbar ist es, dass Altaktionär Bayer seine letzten Covestro-Aktien jetzt verkauft, wohlwissend, dass die goldenen Zeiten für Covestro in Kürze vorbei sein werden. Derweil steigt RWE, seit der Stromriese noch mehr Kohle verstromen will. Schon gibt es Überlegungen, Steag ebenfalls auf das RWE zu übertragen. An beiden traditionellen Stromproduzenten sind Ruhrgebietsstädte maßgeblich beteiligt. 50 Jahre nach dem Zusammenschluss der Ruhr-Zechen zur damaligen Ruhrkohle-Einheits- AG, zeichnet sich nun der Zusammenschluss der Kohleverstromer unter dem Dach des RWE ab. Anders als die Ruhrkohle zahlt das RWE sogar Dividende. Und der Aktienkurs steigt; momentan jedenfalls. Die Tabelle der Bundesliga Aktien lesen Sie hier: http://index.finanztreff.de/indizes_einzelwerte.htn?i=159096

 

Permalink