Bundesliga Aktien: Nicht-Rekord ist Rekord-Chance für Sparer

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Selbst die Aktie der Allianz-Versicherung zählt für Sparer zu den Minusmachern, foto mb

Der Deutsche Aktienindex DAX hat jetzt wieder einen Rekord erreicht. Von 30 Aktien, aus deren Kursen der DAX und die Bundesliga Aktien ausgerechnet wird, haben aber nur sechs Aktien Rekordkurse. Wie kann das gehen? Der Rekord ist ein Nicht-Rekord aber eine Rekord-Chance.

Nur sechs der angeblichen deutschen Spitzenaktien steht derzeit an der Spitze ihrer Kursbewegung: z.B. Adidas, SAP oder der Wohnungsvermieter Vonovia. Die anderen 80 % der sog. DAX-Aktien stehen im Kurs-Tal: z.B. die Deutsche Bank, Daimler oder die Deutsche Telekom. Dass der Börsen-Computer dennoch am 21. Januar 2020 einen Rekord-DAX ausrechnete, das liegt an einem speziellen Algorithmus des Computers. Dieser Algorithmus ist völlig weltfremd. Er unterstellt, Aktionäre würden Dividenden sofort wieder in ihre AG’s einzahlen – just nachdem ihre Manager ihnen diese Dividenden ausgezahlt haben.

Fehlerhafter Algorithmus

Der DAX-Algorithmus unterstellt sogar fehlerhaft, Aktionäre würde Dividenden schwarz vereinnahmen, ohne Steuern abgezogen zu bekommen. Steuern werden jedoch seit langen Jahren in Deutschland sofort von Dividendenzahlungen der Aktiengesellschaften einbehalten, sofern keine Freistellungs- oder Nichtveranlagungsbescheinigungen vorliegen. Für den DAX-Computer zählt das nicht. Er ist in dieser Weise fehlerhaft programmiert, als ob Aktionäre jedes Mal die vollen Dividenden automatisch für den Kauf weiterer Aktien verwenden würden; als ob sie also mehr in die AG’n einzahlen als sie nach Abzug der Steuern herausbekommen.

Dieses sog. DAX-Performance-Berechnungsverfahren kann als absurd bezeichnet werden. Für andere Darstellungen von Finanzanlagen ist dieses Total-Return-Verfahren verboten. Gängige Indizes anderer Börsen rechnen ohne diese Absurdität. Gleichwohl werden diese Indizes Land auf Land ab mit dem populären Absurd-DAX verglichen; selbst in sehr populären Medien wie z.B. der ARD oder im Handelsblatt. In anderem Zusammenhang würde man solche Darstellungen als Populismus bezeichnen.

Performance-Populismus

Bei diesen absurden Vergleichen schneidet nicht der schön gerechnete DAX besser ab sondern andere Anlageländer und deren Indizes. Ganz krass ist das Verhältnis zum Dow Jones. Im Jahr 2000 wurde der DOW anfangs leicht über 10.000 Punkten ausgerechnet. Der DAX wurde im gleichen Zeitraum leicht unter 10.000 ausgerechnet. 20 Jahre später steht der Performance-DAX leicht über 13.000. Der DOW (kein Performance-Index) steht leicht unter 30.000 Punkten.

Den Grund für das krasse Missverhältnis zwischen Rekord-Schein und Kurs-Sein sehen Experten im Absurd-DAX. Sparer und Anleger hören und lesen von Rekorden an der deutschen Börse. Sie sehen jedoch die Kurse ihrer Telekom-Aktien oder der Deutschen Bank oder von BMW, Henkel oder gar von der Allianz-Versicherung und den anderen Looser-Papieren. Dieses Missverhältnis zwischen schlechten Erfahrungen mit 80 % der angeblich besten deutschen Aktien und Rekordmeldungen vom DAX muss bei Anlegern quasi zwangsläufig die Abneigung gegenüber Aktien verstärken; nach dem Motto: „Ich bin offenbar zu blöd, jene Papiere zu haben, deren Kurse den Rekord machen.“

Kurse stehen so tief wie vor 20 Jahren

Tatsächlich machen jedoch nicht mal die Rekordkurse von z.B. Adidas, SAP, MTU oder von Vonovia den DAX-Rekord. Die sechs Rekord-Aktien können die Mega-Verluste von 24 Looser-Aktien nicht wettmachen. Allein die fehlerhaft in den DAX eingerechneten Dividenden machen den Rekord.

Die Börse rechnet nebenbei auch einen DAX ohne Dividenden aus. Da zeigt sich das ganze Dilemma. Dieser sog. DAX-Kursindex steht im Januar 2020 nicht mal so hoch wie vor 20 Jahren! Selbst der FTSE100 aus Brexit-Großbritannien steht heute höher als vor 20 Jahren – ohne Einrechnung von Dividenden. Viele deutsche Aktien bringen aber heute dank der tiefen Kurse mehr Verzinsung aus Dividenden als jedes Sparbuch. Das ist freilich nicht schwierig: Sparbücher bringen gar nichts mehr.

Rekord-Chancen für Bundesliga Aktien

Ob das alles nun zu verändertem Verhalten bei deutschen Sparern und Anleger führt? Faktisch jeden Tag warten Börsenhändler in Frankfurt und an den anderen Plätzen auf Käufer aus dem Ausland. Die kaufen schon seit Jahrzehnten sehr große Mengen deutsche Aktien. Ohne diese Käufe gäbe es nicht mal diesen Absurd-Rekord des DAX bzw. der Bundesliga Aktien. Und wie es weiter geht? Immer mehr Experten thematisieren die Problematik des populären Performance-DAX und erkennen Rekord-Chancen für die Bundesliga Aktien.

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